Medikamente und Fahrsicherheit
Haben Medikamente einen Einfluss auf die Fahrfähigkeit?
Eine ganze Reihe von Krankheiten kann die Fahrfähigkeit beeinflussen oder aufheben, dagegen können Medikamente gegebenenfalls die Fahrfähigkeit Kranker wiederherstellen. Dies gilt allerdings nur, sofern etwaige Nebenwirkungen nicht verkehrsrelevante Einschränkungen hervorrufen. Es denkt kaum jemand daran, dass eine Medikamentenwirkung bzw. -nebenwirkung ein Problem beim Autofahren sein könnte. Dabei kann das Fahren z.B. unter Schlafmittel-Einfluss eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sein, die den Führerausweisentzug und ein Strafverfahren zur Konsequenz hat. Deshalb ist eine fachkundige Beratung über Dosierung und Auswirkungen von Medikamenten unerlässlich für eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr.
Im Gegensatz zu Alkohol kann es für Medikamente aber keine "Null-Lösung" geben. Alkohol ist generell als im Strassenverkehr verzichtbar anzusehen, sehr viele Medikamente dagegen nicht, denn viele Menschen können erst mit Hilfe von Medikamenten am Strassenverkehr teilnehmen (z.B. bei Diabetes, Bluthochdruck und psychischen Erkrankungen).
Mit Medikamenten wird - wie mit Alkohol - auch Missbrauch getrieben. Dann stehen die negativen Wirkungen - auch auf Fahrfähigkeit und Fahreignung - im Vordergrund. So haben geschätzte 170'000 Menschen in der Schweiz ein problematisches Medikamenten-Konsum-Verhalten. Missbräuchlich verwendet werden sowohl Wirkstoffe, die dämpfend (sedierend), als auch solche, die erregend (stimulierend) auf das zentrale Nervensystem einwirken.
Da es bei Medikamenten eben keine Grenzwerte gibt und geben kann, gilt die Eigenverantwortlichkeit. Die Apotheker und Ärzte wissen um verkehrssichere Alternativpräparate, sie müssen aber spezifisch danach befragt werden. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch rezeptfreie Medikamente die Fahrfähigkeit negativ beeinflussen können. Deswegen sollte die Packungsbeilage sorgfältig gelesen und die vorgeschriebene Einnahmedosis nicht überschritten werden. Nicht nur die falsche oder übermässige Einnahme von Medikamenten, sondern auch deren plötzliches Absetzen kann riskant sein. Wenn Unsicherheit darüber besteht, ob im Strassenverkehr noch optimal reagiert werden kann, sollte auf das Fahrzeuglenken verzichtet werden.
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Kombinationswirkungen
Toxikologischer Nachweis
Medikamentengebrauch nach Alter und Geschlecht
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Medikamentengruppen mit besonderer Relevanz im Strassenverkehr
Schmerzmittel (Analgetika), inkl. Rheuma- & Hustenmittel...
Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika und Sedativa)...
Antiallergika (Mittel gegen Allergien inkl. Reisekrankheit)...
Stimulanzien (inkl. Appetitzügler)...
Psychopharmaka, v.a. Antidepressiva und Neuroleptika (Mittel gegen Depression und gegen Schizophrenie), aber auch Medikamente gegen Befindlichkeitsstörungen, Angst-, Spannungs- und Unruhezuständen oder Schlafstörungen...
Mittel gegen Bluthochdruck...
Mittel gegen Diabetes...
Mittel gegen Erkältungen...
Muskelrelaxantien...
Mittel gegen Augenerkrankungen...
Kortison (Langzeitbehandlung)...
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