Drogen im Strassenverkehr

"Nulltoleranz" am Steuer

Drogen im StrassenverkehrDrogen und deren Konsum sind in der Schweiz generell verboten. Im Strassenverkehr gilt für alle bekannten Betäubungsmittel die sogenannte „Nulltoleranz“: Es dürfen keine Drogen konsumiert werden, wenn aktiv am Strassenverkehr teilgenommen wird. Ein positiver Befund wird als Fahrunfähigkeit gewertet und ist somit eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz. Er hat den sofortigen Entzug des Fahrausweises für mindestens 3 Monate zur Folge. Zudem ist mit einer sehr hohen Busse und unter Umständen sogar mit einem bedingten oder unbedingten Freiheitsentzug zu rechnen. Mit dieser Nulltoleranz bringt der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass sich Drogen und Strassenverkehr in keiner Weise vertragen! Bei einem Unfall unter Drogeneinfluss wird die Versicherung die vollständige Kostendeckung verweigern. Falls die Blutanalyse den Befund bestätigt, muss die Fahrfähigkeit neu bewiesen werden, um den Fahrausweis wieder zu erlangen. Diese Beurteilung wird unter anderem anhand von Urinproben, Haaranalysen und einer fahrpsychologischen Beurteilung vorgenommen.

Im Zweifelsfall weder fahren noch mitfahren

Die Fahrfähigkeit wird aber nicht nur durch Alkohol, Drogen oder Medikamente beeinflusst. Auch Personen, die keine Substanzen konsumiert haben, können zum Beispiel aufgrund von Müdigkeit, emotionalem Befinden oder Krankheitssymptomen nicht fahrtüchtig sein. Für die eigene Sicherheit und auch aus Rücksicht auf andere soll jeder Fahrzeuglenkende auf sein eigenes Gefühl achten und weder fahren noch mitfahren, wenn dieses Gefühl nicht stimmt.

Drogen schränken die Fahrtüchtigkeit ein

In der Schweiz gehören Cannabis, Kokain, Amphetamin (Speed) und MDMA (Ecstasy) zu den am häufigsten konsumierten Drogen in der Partyszene. Grundlegend ist zu vermerken, dass es keinen risikolosen Drogenkonsum gibt. Drogen schränken die Fahrfähigkeit immer ein. Sie beeinflussen die Wahrnehmung und die Reaktionsfähigkeit länger, als die gewünschte Wirkung andauert. Wer fährt und wer auf seinen Fahrausweis angewiesen ist, nimmt keine psychoaktiven Substanzen! Der Konsum von illegalen Substanzen kann auch ausserhalb des Strassenverkehrs zu einem Fahrausweisentzug führen. Dies gilt ebenfalls für Personen, die mehrfach stark alkoholisiert aufgegriffen werden. Bei beiden kann die Fahreignung angezweifelt werden, was zu einem vorsorglichen Fahrausweisentzug und zu Fahreignungsabklärungen führen kann.

Partydrogen werden vor allem im Ausgang konsumiert. Die Heimfahrt nach dem Ausgang birgt zusätzliche, typische Risiken:

  • Müdigkeit
  • Sichtverhältnisse: Dunkelheit, Nebel
  • Strassenverhältnisse: Regen, Schnee
  • Ablenkung: (angetrunkene) Mitfahrende, laute Musik
  • Emotionales Befinden: verliebt, aufgewühlt, traurig, aggressiv
  • Überreizung der Sinne durch grelle Lichter und laute Musik im Ausgang
  • Andere Strassenverkehrsteilnehmer/innen in nicht fahrfähigem Zustand

Nie vergessen werden darf auch die immer auftretende, deutliche Wirkungsverstärkung von jeglichen Drogen in Kombination mit Alkohol und/oder Medikamenten!

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Drogen und ihre Wirkung

Cannabisprodukte (Marihuana, Haschisch) werden aus der Hanfpflanze hergestellt. Die Hanfpflanze enthält rund 400 chemische Substanzen, Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidol (CBD) sind die wichtigsten psychoaktiven Wirkstoffe.

Die Wirkung von Cannabisprodukten ist meist entspannend. Ein Gelassenheitsgefühl stellt sich ein. Besonders wichtig für die Fahrleistung: Die Wahrnehmung, die Reaktions- und die Konzentrationsfähigkeit verschlechtern sich. Diese Einschränkungen treten, wenn Cannabis geraucht wird, innerhalb von wenigen Minuten ein. Wird ein Cannabisprodukt gegessen, dauert es ca. 30 Minuten bis zwei Stunden bis zum Wirkungseintritt. Zusätzlich wird die Wirkdauer durch die Konsumart beeinflusst: geraucht hält der Rausch ca. 1 bis 2, gegessen sogar 8 bis 14 Stunden an.

Die Nachweiszeiten im Blut und insbesondere im Urin sind bedeutend länger als die Wirkung der Droge und können über mehrere Tage dauern. Die Tests, die zum Teil von der Polizei verwendet werden, machen keinen Unterschied zwischen dem THC und dessen Abbauprodukten. Bei einem positiven Bescheid des Schnelltests muss deshalb eine Blutuntersuchung gemacht werden, die Aufschluss darüber gibt, ob unter dem Einfluss von THC gefahren wurde (Ausweisentzug und Wiedererlangung nur nach Abstinenznachweis) oder ob "nur" Abbauprodukte nachweisbar sind. Bei Letzterem wird zwar der Ausweis nicht entzogen, vom Strassenverkehrsamt kann als Administrativmassnahme aber dennoch ein Abstinenznachweis über mehrere Monate verlangt werden. Da sich THC und dessen Abbauprodukte im Körperfett ablagern, sind sie lange nachweisbar und auch unberechenbar.

Kokain wird aus dem südamerikanischen Coca-Strauch gewonnen.

Erwünschte Wirkungen dieser Droge können unter anderem ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, ein stark gesteigertes Selbstvertrauen, der Wegfall von Hemmungen und Ängsten und eine erhöhte Risikobereitschaft sein. Alle diese Wirkungen sind im Hinblick auf die Fahrfähigkeit sehr gefährlich, zumal meist noch eine Abnahme der Urteilsfähigkeit dazukommt. Wird Kokain geschnupft, dauert der Rausch ca. 30 bis 90 Minuten, geraucht oder gespritzt etwa 5 bis 20 Minuten.

Die Nachweisbarkeit vor allem des Stoffwechselproduktes dauert einige Stunden bis wenige Tage. Bei Fahren unter Kokaineinfluss wird der Ausweis auf unbestimmte Zeit entzogen und kann erst nach einem Abstinenznachweis über mehrere Monate wieder erlangt werden.

Speed ist auf Partys eine Wachmacher-Droge, und sie besteht meistens aus einer Mischung von Koffein und Amphetamin, welche geschnupft, geschluckt, geraucht oder gespritzt werden kann.

Zu den Wirkungen zählen unter anderem die Unterdrückung von Hunger und dem Schlafbedürfnis, ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Risikobereitschaft. Im Hinblick auf die Fahrfähigkeit verhindern diese Auswirkungen das sichere Führen eines Fahrzeuges. Sie treten nach wenigen Minuten ein und dauern zwischen 6 und 12 Stunden an, da Amphetamin im Körper schlecht abgebaut wird.

Ecstasy mit dem Inhaltsstoff MDMA (Methylendioxymethamphetamin) ist eine verbreitete Partydroge, die meistens geschluckt, selten geschnupft wird.

Wachheit und Aufmerksamkeit sind erhöht, ein wohliges Körpergefühl breitet sich aus. Seh- und Hörvermögen verändern sich, Berührungen und Musik werden intensiver empfunden, Hemmungen abgebaut und das Kontaktbedürfnis wird gesteigert. Diese Wirkungen treten ungefähr eine halben Stunde bis 90 Minuten nach dem Einnehmen der Droge auf und dauern rund 4 bis 6 Stunden an. Besonders das veränderte Seh- und Hörvermögen entfalten im Strassenverkehr gefährliche Auswirkungen. Die erweiterten Pupillen reagieren äusserst schlecht auf veränderte Lichtverhältnisse.

Weiterführende Links

www.saferparty.ch
saferparty.ch informiert neutral über bewusstseinsverändernde Substanzen, Risiken des Substanzkonsums und bietet Beratungen per Mail an.

www.eve-rave.ch
Infos zu Partydrogen und aktuelle Pillenwarnungen, auch ein Forum wird geboten.

www.know-drugs.ch
DRUGS - JUST SAY KNOW informiert über die am weitesten verbreiteten Drogen, ihre Wirkungen sowie über die Risiken und Gefahren ihres Konsums.

Fachstelle ASN
Hotzestrasse 33
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E-Mail info@fachstelle-asn.ch


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